Cultural Cognition Project  ·  Yale Law School
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Yale Law School · Seit 1999

Wie kulturelle Werte unsere Risikowahrnehmung prägen

Das Cultural Cognition Project ist eine interdisziplinäre Forschungsinitiative, die untersucht, wie gemeinsame kulturelle Weltanschauungen die Risikowahrnehmung, Wissenschaftskommunikation und politische Überzeugungen beeinflussen — und was dies für die demokratische Steuerung bedeutet.

Forschungsbereiche

Sechs miteinander verbundene Bereiche, in denen Cultural Cognition das öffentliche Verständnis empirischer Belege prägt.

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Egalitär Hierarchisch
Kommunitarismus Egal. Kommunitarismus
Nimmt hohes Risiko bei Klimawandel, Atomkraft und Waffen wahr. Befürwortet Regulierung und kollektives Handeln.
Hier. Kommunitarismus
Vertraut traditionellen Autoritäten; kulturell selektives Vertrauen in wissenschaftliche Konsense.
Individualismus Egal. Individualismus
Befürwortet persönliche Freiheit und soziale Gleichheit; gemischte Risikowahrnehmung je nach politischem Kontext.
Hier. Individualismus
Nimmt geringes Risiko bei Klimawandel und Waffen wahr; hohes Risiko bei Regulierung von Industrie und Märkten.

Die kulturelle Weltanschauungs-Matrix

Die Cultural Cognition Theorie ordnet Individuen entlang zweier Dimensionen ein: Hierarchie vs. Egalitarismus (Einstellung zur sozialen Schichtung) und Individualismus vs. Kommunitarismus (Einstellung zu kollektiver vs. individueller Verantwortung).

Diese Weltanschauungsdimensionen sagen die Risikowahrnehmung bei umstrittenen Themen — Klimawandel, Waffenkontrolle, Atomkraft, Impfstoffe — weit besser voraus als Parteizugehörigkeit, Bildung oder Einkommen allein.

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Aktuelle Beiträge

Dan Kahans fortlaufende Kommentare zu Wissenschaftskommunikation, Risikowahrnehmung und Cultural Cognition Forschung.

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Grundlegende Arbeiten

Die meistzitierten Werke des Cultural Cognition Project Forschungsprogramms.

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Forschungsbereiche

Was ist das Cultural Cognition Project?

Das Cultural Cognition Project (CCP) ist eine interdisziplinäre Forschungsinitiative an der Yale Law School. Gegründet von Dan M. Kahan, untersucht das Projekt, wie gemeinsame kulturelle Werte — und nicht Fachwissen oder Analysefähigkeit — bestimmen, wie Individuen Risiken wahrnehmen und wissenschaftliche Belege bewerten.

Der zentrale Befund des Projekts ist, dass Menschen bei Themen wie Klimawandel, Atomkraft, Waffenkontrolle und Impfsicherheit, die höhere Werte bei Wissenschaftskompetenz erzielen, stärker polarisiert sind — nicht weniger. Dieses Phänomen, bekannt als identitätsschützende Kognition, tritt auf, weil Individuen unbewusst Belege so auswerten, dass sie ihre kulturelle Gruppenidentität schützen.

Cultural Cognition und Risikowahrnehmung

Traditionelle Modelle der Wissenschaftskommunikation gehen davon aus, dass öffentliche Meinungsverschiedenheiten über Risiken auf mangelnde Information zurückzuführen sind. Die Forschung des CCP widerlegt diese Annahme konsequent. Risikowahrnehmung wird hauptsächlich durch kulturelle Weltanschauungen geprägt.

Die Wissenschaft der Wissenschaftskommunikation

Die Forschung des CCP hat tiefgreifende Implikationen für die Wissenschaftskommunikation. Die veröffentlichten Forschungsarbeiten sind in Nature Climate Change, Science und der Yale Law Review erschienen.