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Hochrangige Superspreader von Fehlinformationen stellen eine größere Bedrohung für die demokratische Epistemologie dar.
Artikel lesen →Das Cultural Cognition Project ist eine interdisziplinäre Forschungsinitiative, die untersucht, wie gemeinsame kulturelle Weltanschauungen die Risikowahrnehmung, Wissenschaftskommunikation und politische Überzeugungen beeinflussen — und was dies für die demokratische Steuerung bedeutet.
Sechs miteinander verbundene Bereiche, in denen Cultural Cognition das öffentliche Verständnis empirischer Belege prägt.
Wie kulturelle Weltanschauungen die Bewertung von Risiken in verschiedenen Bevölkerungsgruppen beeinflussen.
Erkunden →Evidenzbasierte Strategien zur Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse ohne identitätsschützende Reaktionen auszulösen.
Erkunden →Die Mechanismen, durch die identitätsschützende Kognition die Bewertung von Belegen verzerrt.
Erkunden →Was Wissenschaftskompetenz wirklich misst — und warum höhere Numeralität die Polarisierung erhöhen kann.
Erkunden →Wie wissenschaftliche Neugier identitätsschützende Kognition moderiert.
Erkunden →Anwendungen der Cultural Cognition Theorie auf Verfassungsrecht und Regulierungspolitik.
Erkunden →| Egalitär | Hierarchisch | |
|---|---|---|
| Kommunitarismus | Egal. Kommunitarismus Nimmt hohes Risiko bei Klimawandel, Atomkraft und Waffen wahr. Befürwortet Regulierung und kollektives Handeln. |
Hier. Kommunitarismus Vertraut traditionellen Autoritäten; kulturell selektives Vertrauen in wissenschaftliche Konsense. |
| Individualismus | Egal. Individualismus Befürwortet persönliche Freiheit und soziale Gleichheit; gemischte Risikowahrnehmung je nach politischem Kontext. |
Hier. Individualismus Nimmt geringes Risiko bei Klimawandel und Waffen wahr; hohes Risiko bei Regulierung von Industrie und Märkten. |
Die Cultural Cognition Theorie ordnet Individuen entlang zweier Dimensionen ein: Hierarchie vs. Egalitarismus (Einstellung zur sozialen Schichtung) und Individualismus vs. Kommunitarismus (Einstellung zu kollektiver vs. individueller Verantwortung).
Diese Weltanschauungsdimensionen sagen die Risikowahrnehmung bei umstrittenen Themen — Klimawandel, Waffenkontrolle, Atomkraft, Impfstoffe — weit besser voraus als Parteizugehörigkeit, Bildung oder Einkommen allein.
Das CC-Glossar erkunden →Dan Kahans fortlaufende Kommentare zu Wissenschaftskommunikation, Risikowahrnehmung und Cultural Cognition Forschung.
Hochrangige Superspreader von Fehlinformationen stellen eine größere Bedrohung für die demokratische Epistemologie dar.
Artikel lesen →Sind Wissenschaftler selbst anfällig für identitätsschützende Kognition?
Artikel lesen →Die öffentliche Beschämung von Menschen, die wissenschaftliche Erkenntnisse ablehnen, ist nicht nur unwirksam.
Artikel lesen →Der Rückgang des konservativen Vertrauens in die Wissenschaft ist themenspezifisch, nicht allgemein.
Artikel lesen →Vorwürfe des motivierten Denkens, die asymmetrisch eingesetzt werden, sind selbst ein Symptom des Phänomens.
Artikel lesen →Höhere Wissenschaftskompetenz ist mit größerer Polarisierung bei kulturell umstrittenen Risiken verbunden.
Artikel lesen →Die meistzitierten Werke des Cultural Cognition Project Forschungsprogramms.
Cultural Cognition bezeichnet die Tendenz von Individuen, Überzeugungen über gesellschaftliche Risiken zu bilden, die ihre gemeinsamen kulturellen Werte widerspiegeln. Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Weltanschauungen nehmen die gleichen empirischen Belege systematisch unterschiedlich wahr.
Identitätsschützende Kognition ist die unbewusste Tendenz, empirische Belege so zu verarbeiten, dass die eigene kulturelle Gruppenidentität geschützt wird, anstatt genaue Schlussfolgerungen zu ziehen.
Paradoxerweise zeigt die Forschung des CCP, dass Menschen mit höherer Wissenschaftskompetenz und Numeralität beim Klimawandel stärker polarisiert sind — nicht weniger. Das liegt daran, dass wissenschaftlich gebildete Personen besser darin sind, identitätskonsistente Argumente zu konstruieren.
Das Cultural Cognition Project (CCP) ist eine interdisziplinäre Forschungsinitiative an der Yale Law School, die von Professor Dan M. Kahan geleitet wird. Es untersucht, wie kulturelle Werte die Risikowahrnehmung und Wissenschaftskommunikation prägen.
Das Cultural Cognition Project (CCP) ist eine interdisziplinäre Forschungsinitiative an der Yale Law School. Gegründet von Dan M. Kahan, untersucht das Projekt, wie gemeinsame kulturelle Werte — und nicht Fachwissen oder Analysefähigkeit — bestimmen, wie Individuen Risiken wahrnehmen und wissenschaftliche Belege bewerten.
Der zentrale Befund des Projekts ist, dass Menschen bei Themen wie Klimawandel, Atomkraft, Waffenkontrolle und Impfsicherheit, die höhere Werte bei Wissenschaftskompetenz erzielen, stärker polarisiert sind — nicht weniger. Dieses Phänomen, bekannt als identitätsschützende Kognition, tritt auf, weil Individuen unbewusst Belege so auswerten, dass sie ihre kulturelle Gruppenidentität schützen.
Traditionelle Modelle der Wissenschaftskommunikation gehen davon aus, dass öffentliche Meinungsverschiedenheiten über Risiken auf mangelnde Information zurückzuführen sind. Die Forschung des CCP widerlegt diese Annahme konsequent. Risikowahrnehmung wird hauptsächlich durch kulturelle Weltanschauungen geprägt.
Die Forschung des CCP hat tiefgreifende Implikationen für die Wissenschaftskommunikation. Die veröffentlichten Forschungsarbeiten sind in Nature Climate Change, Science und der Yale Law Review erschienen.